Amazon hat heute mit Echo Look eine vernetzte Kamera mit Alexa-Unterstützung vorgestellt, die Nutzer zukünftig in Modefragen beraten soll.

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Ja, du hast richtig gelesen: in Modefragen! Anfang März waren wir noch davon ausgegangen, dass es sich bei dem Bild, das bei AFTVNews erschienen war, wohl eher um eine Art Überwachungskamera, Babyphone oder Webcam etc. handeln könnte. Entsprechend erstaunt sind wir. Zumal der 1. April schon ein paar Wochen her ist.

Der neue Amazon Look getaufte Ableger der Echo-Familie soll zukünftig in Modefragen beratend zur Seite stehen.

Echo Look nimmt Fotos und Videos auf

So kann Echo Look auf Zuruf Fotos und Videos aufnehmen. Und Alexas „Augen“ beraten dann über die sogenannte „Style-Check-Funktion“ bezüglich des eigenen Outfits und gibt eine Empfehlung ab, wenn man mindestens zwei Fotos gemacht hat.

Unterstützung bekommt Alexa hierbei von „echten Spezialisten“ in Sachen Mode, sodass das Ergebnis der KI immer besser werden soll und Ratschläge geben wird:

Get a second opinion on which outfit looks best with Style Check, a new service that combines machine learning algorithms with advice from fashion specialists.

und

Echo Look helps you discover new brands and styles inspired by your lookbook.

Auch kann man als Nutzer die aufgenommenen Bilder über die dazugehörige App an Freunde schicken und in sozialen Netzwerken teilen, um sich weitere Ratschläge zu holen. Daneben sind die gewohnten Fähigkeiten eines Echos, Echo Dots und Fire TVs natürlich ebenfalls verfügbar: aktuelle News des Tages, Musik über Amazon Music oder Spotify, Radio über TuneIn, Steuerung des Smart Homes mit Philips Hue, Osram und Co.

Preislich liegt der Echo Look, der vorerst nur in den USA, wie auch schon beim Release hierzulande, nur per Einladung bestellt werden kann, bei knapp 200,- USD.

Echo Look – Was hat Amazon damit vor

Während ich die ersten Meldungen zum Echo Look gelesen habe, und während ich nun diesen Artikel schreibe, kam mir immer wieder in den Sinn: „Puuuh! Ernsthaft?“

Sicherlich bin ich für den Echo Look nicht die gewünschte Zielgruppe. Vielleicht soll hier auch einfach zusätzlich ein eher weibliches Geschlecht für einen Ableger der Echo-Familie begeistert werden? Aber auch ein weiterer Blick über den Tellerrand mag vielleicht aufzeigen, was Amazon sich damit gedacht hat.

Im eigenen „Lookbook“ der App werden die aufgenommenen Fotos gespeichert und auch entsprechende Vorschläge zu anderen Kleidungsstücken gemacht, die dann bei Amazon gekauft werden können. So läuft das halt. Und das ist auch okay.

Bei entsprechender Resonanz könnte Amazon aber auch darüber nachdenken, ob neben dem Teilen in den gängigen sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, Snapchat etc.) nicht auch eine eigene Community aufgebaut werden könnte. Erfahrungen mit Communities hat Amazon spätestens seit dem Kauf von Twitch als Gaming-Community im Sommer 2014 wohl nun ausreichend gesammelt.

Datenschutz Echo Look

Gerade im für Datenschutz sensiblen Deutschland wird es gespannt zu verfolgen sein, ob und wenn wie der Echo Look angenommen wird. Die grundsätzliche Diskussion hierzu wird wohl nicht so schnell abreißen.

Am Ende des Tages wird jeder für sich selbst entscheiden müssen, ob er seinen „Look“ durch eine KI bewerten lassen möchte oder sich einfach vor einen Spiegel stellt. Es bleibt spannend.

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Echo Look – Alexa zukünftig als Modeberater