Warum der Echo Show ein voller Erfolg werden wird

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Die ersten Berichterstattungen zum Echo Show waren teilweise kritisch. Zu Unrecht, wie ich finde. Ein Kommentar.

amazon-echo-show

Am 05. Mai hatten wir ein erstes Bild zum Echo Show vorgestellt und schnell fanden sich (natürlich) auch viele kritische Stimmen zum Gerät. „Braucht niemand!“ und „Optisch nicht ansprechend!“ – in diese Richtung ging gefühlt ein Großteil der Berichterstattung in diversen Medien und Foren. Auch mein Eindruck bezüglich der Optik reihte sich da ein.

Mit ein wenig Abstand betrachtet, dem Lesen vieler (internationaler) Artikel zu dem Thema und einigen Gedanken später, komme ich allerdings zu einer komplett anderen Sichtweise und denke, dass der Echo Show Amazons erfolgreichstes Produkt der Echo-Reihe neben dem Echo, Dot und Look werden wird.

Am 03.11.2016 habe ich meine Einladung für den Amazon Echo bekommen. Am 05.11.2016 habe ich ihn bestellt und am 07.11.2016 war er bereits bei mir. Damit war ich wohl ein „Early Adopter“, wie einige Leser dieses Blogs. Nur: Der Echo Show wird ein Produkt für den Massenmarkt werden.

Echo Show – der Echo für die breite Masse

Es ist sicherlich innovativ, wenn man Musik, Licht und Co. per Stimme steuern kann. Hat ein bisschen was von Star Trek! Freunde, die bei mir den Echo erstmalig „live“ gesehen haben, waren fast immer überrascht und dem Echo gegenüber positiv eingestellt.

Ob sich meine Besucher allerdings für 179,99 Euro den Echo kaufen würden, um „eine Jungs-Spielerei“ zu Hause zu haben, wage ich zu bezweifeln.

Mit dem Echo Show adressiert Amazon einige sehr klare Anwendungsszenarien, die naheliegend sind. Und bietet letztendlich noch einen Punkt, der aus meiner Sicht bisher vollkommen unterschätzt wird.

Echo Show als Display in der Küche

Sei es ein Video zum Rezept, das man gerade kocht, die entsprechende Zutatenliste, aktuelle Nachrichten oder einfach ein Film von Prime Video, den man während des Kochens schaut – dies macht alles Sinn und bringt dem Nutzer einige Annehmlichkeiten. Nice to have? Check!

Echo Show und externe Kameras

Wer klingelt an der Tür? Dem Nachbarn von nebenan kann ich, entsprechende Hardware wie beispielsweise Nuki vorausgesetzt, ohne aufstehen zu müssen, die Tür öffnen. Was machen die Kinder? All das kann ich über entsprechende Kameras verfolgen oder auch einfach zwei Shows als „Intercom“ nutzen.  Nice to have? Check!

Echo Show als Tablet mit vernünftigem Sound

Bedingt durch die Bauweise sind Tablets bezüglich ihrer Soundqualität immer sehr dürftig. Der Echo Show wird dies ändern, sodass dieser auch im Schlafzimmer zum Abspielen von Filmen genutzt werden wird, wenn man dort keinen (smarten) Fernseher hat. Nice to have? Check!

Echo Show wird das Festnetz-Telefon ersetzen

Die „Video-Calls“, die zukünftig über den Echo Show gemacht werden können, werden langfristig das Festnetz-Telefon ersetzen. Dies ist der oben genannte unterschätzte Punkt. Gewagte These? Vielleicht.

Der Erfolg der Mobiltelefone in den letzten ~15 Jahren beruht größtenteils darauf, dass diese nicht orts- sondern personenbezogen sind. Damit hat man, bei vertretbaren Kosten, einen deutlich schnelleren „Draht“ zu seinem gewünschten Gesprächspartner. Eine Frage der Bequemlichkeit. Auch wenn die Qualität durchaus auch mal deutlich schlecht(er) sein kann, nimmt man dies gerne in Kauf.

So ist es nicht verwunderlich, dass in den USA erstmals in diesem Monat 50,8 Prozent der Haushalte nur noch „mobile only“ sind.

Schau dir nachfolgend das Produkt-Video zum Echo Show an und achte in der ungewöhnlich langen Präsentation auf die Einsatzszenarien:

Eltern, Kinder, Großeltern. Alle untereinander. Ein typischer Schnitt durch das Alltagsleben mit entsprechenden Situationen. Natürlich kann dies heute auch bereits alles über entsprechende Apps mit dem Mobiltelefon oder via Skype erledigt werden. Aber ein Gerät, das unabhängig von einem Akku ist, eine bessere Sprachqualität bietet und sich durch unaufdringliches Design ganz normal in unser aller Alltag integriert und wie ein PC (Skype) nicht erst gebootet werden muss, hat aus meiner Sicht klar die Nase vorn.

Und auch für „Drop In“ gibt es sicherlich einige Anwendungsfälle, die wirklich nützlich sind.

Echo Show im Beruf und als Assistent

Stell dir folgende Szenarien vor:

  • Alexa nimmt einen Anruf entgegen. Identifiziert diesen als Werbung. Leitet ihn nicht weiter. Blockiert gleichzeitig die Nummer.
  • Ein Anrufer fragt nach einem Termin. Alexa gleicht deinen Kalender ab. Macht unter Umständen dem Anrufer einen alternativen Vorschlag und benachrichtigt dich über das Ergebnis.
  • Deine Freundin ruft an. Alexa stellt den Anruf ohne Nachfrage an dich durch.
  • Du hast einen normalen Business Call. Alexa schickt dir im Anschluss auf Wunsch ein Transkript des Gesprächs mit Verweisen zu anderen Notizen.

Diese Liste lässt sich fast endlos weiterführen.

Nice to have? Nee! Der Echo Show wird die Kommunikation innerhalb von Familien, unter Freunden und im Berufsleben grundsätzlich verändern.

Und dies zu einem Preis von wohl knapp 240,- Euro , der normalerweise für ein „schnödes“ Mittelklasse-Tablet anfallen würde, der sich vermutlich durch den Kauf zweier Geräte gleichzeitig nochmals reduzieren wird (aktuell mit 100,- USD in den USA).

Gleichzeitig wird Amazon dadurch im Alltag seiner Nutzer noch präsenter werden, sein Ökosystem stärken und auch im E-Commerce noch näher an seine Nutzer rücken.

Ob dies alles gut ist steht auf einem anderen Blatt.

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